Orgel

Geschichte
Orgel Die große Orgel des Quirinus-Münsters Neuss wurde im Jahre 1907 von der Orgelbaufirma Ernst Seifert, Köln-Mannsfeld und Kevelaer im rein pneumatischen Membranladensystem gebaut. Die Disposition umfaßte 78 Stimmen, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Das Instrument wurde in den beiden Seitenemporen auf der Nord- und Südseite aufgestellt. Der Spieltisch befand sich auf der Hauptempore. Die Orgel fand damals durch die Fachwelt große Beachtung.

Der erste große Einschnitt in die Substanz des Werkes geschah bereits 1914, als bei einem Turmbrand herabstürzende Glocken die Hauptempore und den Spieltisch zerstörten. Die Orgel wurde darauf elektrifiziert, der neue Spieltisch wurde auf der nördlichen Empore plaziert. In dem 1934 für notwendig erachteten Spieltisch finden sich Umbenennungen der Disposition, die dem veränderten Zeitgeschmack entsprachen, zunächst aber keine Eingriffe in das Pfeifenwerk mit sich brachten. Die zum Hauptschiff weisenden Emporenbögen wurden 1938 mit stummen Prospektpfeifen bestückt, um dem Werk ein "würdiges Aussehen" zu verleihen. 1942 wurde die Orgel ausgelagert, um sie vor Kriegseinwirkungen zu bewahren. 1947 wurde sie dann instandgesetzt. Hierbei kam es dann zu Veränderungen der Disposition im Sinne einer Aufhellung des Gesamtklangs. Gleichzeitig erfolgte die Vorbereitung eines vierten Manualwerkes in Verbindung mit einem neuen Spieltisch, der auch heute noch in Gebrauch ist. 1955 wurde das Pfeifenwerk des vierten Manuals installiert.

Orgel

Bei der jüngsten Reinigung und Instandsetzung 1993/94 wurden sämtliche Windkanäle erneuert, das Schwellwerk erhielt ein neues Gehäuse aus massiver Fichte, die Verkabelung im Spieltisch wurde erneuert, neue Gebläsemaschinen, jetzt im Gehäuse aufgestellt, sorgen für eine verbesserte Windstabilität. Im Spieltisch wurde eine elektronische Wechselwirkungsschaltung untergebracht. Das Gehäuse wurde farblich neu gefaßt.

Die Orgel beweist ihre vorzüglich Eignung zur Darstellung romantischer Orgelmusik in Liturgie und Konzert. Besonders erwähnenswert ist der ausdrucksstarke Fundus an Grundstimmen und Zungenstimmen. Das Werk basiert auf einem 32'-Pedalfundament und umfaßt heute 86 klingende Register.

Disposition
Hauptwerk
1. Manual
56 Tasten
Positiv
2. Manual
56 Tasten
Schwellwerk
3. Manual
56 Tasten
Kronwerk
4. Manual (1955)
56 Tasten
Pedal
30 Tasten
Principal 16'
Bordun 16'
Principal major 8'
Offenflöte 8'
Principal 8'
Gambe 8'
Gemshorn 8'
Viola 8'
Gedackt 8'
Harmonieflöte 8'
Quinte 5 1/3'
Praestant 4'
Blockflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Octave 2'
Cornett 4-fach
Mixtur 5-fach
Cymbel 5-fach
Tuba16'
Trompete 8'
Regal 8'
Gedackt 16'
Principal 8'
Tibia 8'
Praestant 8'
Flaut major 8'
Quintade 8'
Fernflöte 8'
Octave 4'
Hohlflöte 4'
Dulciana 4'
Superoctave 2'
Waldflöte 2'
Sesquialter 2-fach
Octavcymbel 3-fach
Mixtur 4-fach
Rankett 16'
Horn 8'
Schalmei 4'
Lieblich Gedackt 16'
Flöte 8'
Geigenprincipal 8'
Rohrgedackt 8'
Zartgedackt 8'
Aeoline 8'
Vox coelestis 8'
Traversflöte 4'
Gemshorn 4'
Geigend Praestant 4'
Piccolo 2'
Sesquialter 2-fach
Scharff 5-fach
Terzcymbel 3-fach
Dulcian 16'
Bärpfeife 8'
Clarinette 8'
Oboe 8'
Prinzipal 8'
Rohrflöte 8'
Gedacktpommer 8'
Oktave 4'
Spitzflöte 4'
Nachthorn 2'
Quinte 1 1/3'
Terzian 2-fach
Scharff 4-fach
Krummhorn 8'
Vox humana 8'
Tremulant
Contrabass 32'
Principal 16'
Violon 16'
Salicet 16'
Gedacktbass 16'
Subbass 16'
Quintbass 10 2/3'
Octavbass 8'
Cello 8'
Flötbass 8'
Lieblich Gedackt 8'
Choralbass 4'
Quintade 2'
Mixtur 5-fach
Posaune 16'
Trompete 8'
Tuba 8'
Koppeln: I/P, II/P, III/P, IV/P II/I, III/I, IV/I, Ober I/I, III/II, IV/II, IV/III
Spielhilfen: Handregister, drei freie Kombinationen, Crescendo-Walze, eine freie Pedalkombination, Zungen-Einzelabsteller, OrganoPleno, Generaltutti, 16' ab, Zungen ab, Mixturen ab
Winddrücke: I. und II. Manual: 125 mm WS, III. Manual: 135 mm WS, IV. Manual: 87 mm WS, Pedal: 118 mm WS; elektropneumatische Traktur
Konzerte
Fermate